Legionellen sind Bakterien, die in Warmwasserleitungen wachsen können und beim Einatmen von Aerosolen - etwa beim Duschen - Lungenentzündungen verursachen. In Stuttgart sind Hausverwaltungen und Eigentümer gesetzlich verpflichtet, regelmäßige Untersuchungen durchzuführen.
Wie entstehen Legionellen in Leitungen?
Legionellen vermehren sich besonders stark bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Kritisch sind Totwasserbereiche (selten genutzten Leitungsabschnitte), zu niedrig eingestellte Warmwasserspeicher und lange Rohrstrecken, in denen das Wasser abkühlt.
Wer ist zur Untersuchung verpflichtet?
In Deutschland schreibt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vor, dass Betreiber von Großanlagen mit Duschen - zum Beispiel Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserversorgung ab 400 Liter Speichervolumen - regelmäßig auf Legionellen testen lassen müssen. In Stuttgart ist das Gesundheitsamt die zuständige Behörde.
Was können Mieter und Eigentümer selbst tun?
- Warmwasser auf mindestens 60°C einstellen: Bei dieser Temperatur sterben Legionellen ab.
- Regelmäßig Wasser ablaufen lassen: Selten genutzte Leitungen (z. B. Gäste-WC) wöchentlich für 3 bis 5 Minuten spülen.
- Duschkopf regelmäßig reinigen: Duschköpfe monatlich entkalken - hier sammeln sich Biofilme.
- Urlaub beachten: Nach langen Abwesenheiten alle Zapfstellen gründlich durchspülen, bevor man duscht.
Was tun bei Legionellen-Befall?
Wird ein erhöhter Legionellen-Befund festgestellt, muss die Anlage unverzüglich saniert werden. Typische Maßnahmen sind thermische Desinfektion (kurzzeitiges Aufheizen auf 70°C), chlorbasierte Spülungen und Rohrsanierungen. Ein zugelassener Fachbetrieb in Stuttgart führt diese Maßnahmen durch.
Häufige Fragen
Bin ich als Mieter in Stuttgart selbst betroffen?
Mieter sind nicht direkt zur Untersuchung verpflichtet. Ihr Vermieter bzw. die Hausverwaltung muss jedoch die gesetzlichen Prüfpflichten erfüllen. Bei Verdacht können Sie beim Gesundheitsamt Stuttgart nachfragen.
Ist Trinkwasser aus der Leitung sicher?
Kaltwasser gilt als unbedenklich, da Legionellen in kaltem Wasser nicht wachsen. Das Risiko besteht ausschließlich durch Aerosole aus Warmwasser, also vor allem beim Duschen.
Wie lange dauert eine Legionellen-Sanierung?
Je nach Umfang kann die Sanierung wenige Stunden bis mehrere Tage dauern. Bei thermischer Desinfektion sind alle Zapfstellen nacheinander zu spülen, was in größeren Gebäuden Zeit beansprucht.